09. August 2017 - Pressemitteilung

Peter Mücke: „Es ist unglaublich, was Mike da abliefert“ 

 

Es war sein fünftes Rennwochenende, genauer gesagt, sein zehntes Rennen – das ADAC GT Masters am Nürburgring letztes Wochenende. Doch der Blumberger Mike David Ortmann ließ sich davon nichts anmerken. Im Gegenteil. Trifft man den 17-Jährigen auf der Rennstrecke und beobachtet ihn, könnte man zu der Überzeugung kommen, dass er seit Jahren nichts anderes macht. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich, in der „Liga der Supersportwagen“ ein so kompliziertes und außerordentlich schnelles Sportgerät wie den Audi R8 LMS mit 585-PS über eine Rennstrecke zu bewegen und sich permanent am physikalischen Limit zu bewegen. Und so berichtet auch sein Teamchef Peter Mücke über seine Leistung: „Es ist unglaublich, was Mike da abliefert. Speziell im zweiten Rennen. Ich habe ständig die Zeiten verglichen. Von denen, die vorne gefahren sind, war er maximal drei Zehntel einer Sekunde entfernt – teilweise sogar gleich schnell. Es waren sehr schwere Rennen an diesem Wochenende. Ich bin sehr zu frieden mit Mikes Leistung.“

Der Förderkandidat der ADAC Stiftung Sport und der Deutschen Post Speed Academy sah seinen Einstieg ins Wochenende differenzierter. „Es war mir von vornherein klar, dass ohne vorherige Tests auf dem Nürburgring dort keine einfache Aufgabe auf mich wartet. Umso schwieriger war es für mich, meinen Ingenieuren die richtigen Informationen so schnell als möglich zu liefern, um das perfekte Setup für Leeni zu finden.“ Leeni? Ja, Mike David Ortmann hat seinen rosafarbenen  Audi R8 auf den Namen Leeni getauft.

Dabei sorgte der Brandenburger im Zeittraining ein paar Minuten lang für Spannung, als die Startnummer fünfundzwanzig für mehrere Runden auf Platz eins mit einer persönlichen Bestzeit geführt wurde. Doch elf weitere Mitbewerber wurden ebenfalls immer schneller und zogen an dem sympathischen Motorsportler vorbei. Kurz danach setzte Regen ein, der ein paar Minuten früher vielleicht für eine kleine Sensation gesorgt hätte. Ortmann erklärt das so: „Dafür, dass es in den freien Trainings nicht ganz einfach war, das perfekte Setup zu finden, lief das erste Qualifying mit Platz zwölf eigentlich ganz gut. Der Regen hätte alles noch ein bisschen mehr durcheinanderwürfeln können.“ Im ersten Rennen des Wochenendes am Samstagmittag hatte der junge BWT-Mücke-Motorsport-Pilot wieder alle Hände voll zu tun, um in der Startphase einem Unfall aus dem Weg zu gehen. Dabei kam ihm die Situation recht bekannt vor. Wieder einmal musste er einem drohenden Crash ausweichen, einen weiten Bogen um die Streithähne fahren. Das kostet Zeit. Und so sah sich der Youngster nach dem Ausweichmanöver plötzlich auf Platz fünfundzwanzig. Was dann passierte, schilderte er so: „Mehrere Safety-Car-Phasen machten mir das Überholen zwar nicht leichter, schoben aber das Fahrerfeld immer wieder zusammen, sodass Frank und ich in Kombination mit unser Boxenstopp-Strategie mit Platz dreizehn Schadenbegrenzung betrieben haben. Sicherlich nicht zufriedenstellend, dennoch haben wir aus der Situation das Beste gemacht.“ Das zweite Rennen an diesem Wochenende am Sonntagmittag startete sein Teamkollege Frank Stippler von Platz sechzehn aus. „Frank hat ein klasse Rennen gefahren. Hat sich aus allen möglichen Zweikämpfen herausgehalten, um den Audi im Rennen zu halten. Als er dann auf Platz vierzehn liegend den Audi beim Boxenstopp an mich übergab, fühlte ich mich sofort wohl. Die Zeiten, die ich dann gefahren bin, waren laut meinem Team auch sehr passabel, sodass wir am Ende des Rennens auf Platz zwölf ins Ziel gekommen sind. Mehr war an diesem Wochenende leider nicht drin“, berichtete Mike David Ortmann nach dem Rennen.

Sein Renningenieur Sebastian Dross fasste das Wochenende so zusammen: „Ehrlich gesagt hatten wir uns an diesem Wochenende ein wenig mehr erhofft. In den freien Trainings am Freitag sah es gar nicht so schlecht für uns aus. Die gesamte Audi-Performance war recht gut. Warum wir es gerade im zweiten Zeittraining am Sonntag nicht umsetzen konnten, müssen wir erst in Ruhe auswerten und analysieren. Doch am Sachsenring werden wir wieder voll da sein und angreifen.“

Für Analysen haben der ADAC-Berlin-Brandenburg-Pilot Mike David Ortmann und sein BWT-Mücke-Motorsport-Team nun fünf Wochen Zeit. Zeit, die sie für weitere Tests nutzen wollen. Der Startschuss zum sechsten Rennwochenende der Saison 2017 fällt am Freitag, den 15. September. Alle Rennen werden dann wieder live auf Sport 1 und sport1.de zu sehen sein.